MEDEA KOMPLEX. Gewinnerin des Autoren Theater Wettbewerbs 2016. Nächste Vorstellungen am 02. und 03. Dezember 2017 im FAT

MEDEA KOMPLEX

An welchem Punkt ist eine Verletzung so groß, dass sie keine Vorstellung von Heilung mehr zulässt?
Wer entscheidet über die Grenze dessen, was erträglich ist?
Was bedeutet es, die eigenen Kinder, das absolut zu Liebende und Geliebte, als fremde und zerstörerische Wesen anzusehen?
Wie entsteht die Vorstellung von Gewalt aus der Angst des Verlustes der eigenen Existenz?
Medea sagt lauter ICH als jede andere Figur in der Theatergeschichte.
Sie sagt es so absolut und so konsequent, dass sie alles in Frage stellt, was einer Vorstellung von Konsens mit jedem Wert, der Gesellschaft ermöglicht, negiert.
Wer ist Medea?
Ist sie ein Typus?
Ist sie der Teil von uns allen, den es gilt zu domestizieren?
Ist sie archaisch oder modern?

Johanna Seitz, die Gewinnerin des Autorenwettbewerb des FAT 2016/2017 vernetzt die Version von Heiner Müller mit der Biographie einer betrogenen Ehefrau, die den Schmerz über den Verlust des eigenen Glücks nicht erträgt.
Die Bilder werden schmerzlicher, weil sich die Sprache des Alltags und die Bilder einer Welt, die wir kennen, über die Abgründe der antiken Archaik von Medea schiebt.
Katharina Veciana ist eine junge Schauspielerin, die sich der Herausforderung stellt und sich dem Ungeheuerlichen aussetzt gemeinsam mit der Regisseurin Michaela Conrad.
Drei Frauen ohne keine Kinder. Drei Frauen mit einer starken Phantasie. Alle Drei machen Theater. Der
Ort, an dem die scheinbar undenkbaren Dinge real werden.
Im Frankfurter Autoren Theater sind Sie dem Geschehen so nah, wie Sie es nur sein können.

Autorin: Johanna Maria Seitz
Spiel: Katharina Veciana
Regie: Michaela Conrad

Premiere FR/10/11/2017/20.00 Uhr

weitere Termine:
SA/11/11/2017/20.00 Uhr
SA/02/12/2017/20.00 Uhr
SO/03/12/2017/18.00 Uhr

Ab Januar 2018 je 2 Spieltermine pro Monat

 

Mit „Medeakomplex“, einem Frauenmonolog in einem Akt, setzt Johanna Maria Seitz nun auch einen Fuß in die Autorenlandschaft.

Als Schauspielerin hatte Sie bereits die Möglichkeit mit Autoren wie Paul Maar und Thomas Klischke zu arbeiten. Seit ihrem Abschluss an der Schauspielschule 2012 sieht man sie regelmäßig am Theater Schloss Massbach in Rollen wie Isa in Tschick, Caroline in Mordsgedächtnis, Juli in norway today und vielen mehr.

Seit 2015 studiert Sie an der Johann- Wolfgang-Goethe-Universität Literaturwissenschaft und entdeckt nicht erst da die Leidenschaft zur griechischen Tragödie. „Medeakomplex“ – eine Aufarbeitung Heiner Müllers „Medeamaterial“ übersetzt die verschachtelten Gefühle einer im Grunde modernen Frau in unsere Zeit und zeigt eine alleingelassene Frau in rasender Eifersucht und der puren Überforderung ihrer Gefühle.

 

Kritik in der Frankfurter Rundschau vom 16.11.2017:

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